Als frischgebackener Pilot denkt man, man könne eigentlich ganz gut fliegen. Schließlich hat man sich ja auch genügend von dem nie zufriedenen Fluglehrer schikanieren lassen, bis dieser nachsichtig lächelnd erklärt, man sei reif für die Prüfung. Hat man diese auch noch überstanden, nimmt man die mahnenden Worte des ebenso nachsichtig lächelnden Prüfers zwar zur Kenntnis, aber nicht ernst. Erst wesentlich später, wenn man die ersten unfallträchtigen Situationen überstanden hat, erkennt man, dass man noch viele Dinge nicht kennt. So wächst mit zunehmender Anzahl von Flugstunden die Einsicht, dass Erfahrung durch nichts zu ersetzen ist.

Unglücklicherweise wächst mit der Erfahrung auch die Gefahr der Selbstüberschätzung. Die Statistik sagt ganz eindeutig, dass die Piloten mit einer Gesamterfahrung von 50 bis 350 Flugstunden die meisten Unfälle verursachen. Unterhalb dieser Stundenzahl ist die Ausbildung noch in guter Erinnerung, oberhalb 350 Stunden überwiegt dann die Erfahrung.
Weiterhin sagt die Statistik aus, dass Piloten mit weiteren Lizenzen (Instrumentenflug, Kunstflug, Berufspilotenausbildung etc.) auch in diesem Stundenbereich deutlich weniger in Unfälle verwickelt sind, als es ihrem Anteil an der Gesamtzahl der Piloten entspricht. Man sollte sich also weiterbilden.

Allerdings ist eine Ausbildung zum Berufspiloten nicht für einen Freizeitpiloten sinnvoll. Auch der Kunstflug ist nicht jedermanns Sache.

Aber es gibt genügend Dinge, die während der Ausbildung vernachlässigt oder anschließend vergessen werden. Diesen Bedarf kann man ohne großen Stress in ein paar Privatstunden nachholen. Ein Termin wird sich sicher kurzfristig vereinbaren lassen.