Die relativ große Zahl von „Wetterunfällen“ belegt eindeutig, dass ein Einflug in Wolken höchst gefährlich ist, wenn man nicht nach Instrumenten fliegen kann. Aus diesem Grund sollte jeder Pilot ohne Sicht nach außen zumindest eine Umkehrkurve fliegen können, wie das auch in der amerikanischen Privatpilotenausbildung geübt wird und bei der Prüfung demonstriert werden muss.

Besser ist natürlich, wenn sich das eigene Können nicht nur auf eine Umkehrkurve beschränkt, sondern das Fliegen nach Instrumenten richtig erlernt wurde.

Eine komplette Instrumentenflugausbildung ist in Deutschland eine teure und zeitraubende Angelegenheit. Da ist zum ersten die breit angelegte Theorie, für die man mindestens 200 Schulstunden absitzen muss. Die Fülle des angebotenen Stoffes ist gemessen an dem, was man in der Praxis tatsächlich benötigt, viel zu breit angelegt. Einige der dort zu lernenden Fächer sind für den Privatpiloten sogar völlig unnütz.

Aber auch das praktische Fliegen gestaltet sich später „im richtigen Leben“ viel einfacher, als es bei der Schulung gelehrt wird. Somit wird auch in der praktischen Schulung der Aufwand übertrieben, womit unnötige Kosten verbunden sind. Daher scheuen sich viele Piloten davor, eine solche Ausbildung in Angriff zu nehmen.

Es gibt allerdings nicht nur diese Möglichkeit. In den USA ist Instrumentenflug deutlich einfacher zu erlernen. Man besorgt sich die entsprechenden Unterlagen und, wenn man einigermaßen gut englisch versteht, man kann die Theorie innerhalb weniger Wochen zu Hause erlernen. Auch Theorieprüfung kann man in Deutschland ablegen.

Der praktische Unterricht beschränkt sich auf die Dinge, von denen man später auch als Privatpilot das meiste tatsächlich braucht. Von Ausnahmefällen abgesehen, kann man bei guter Vorbereitung den Unterricht im Flugzeug auf 2 Wochen begrenzen. Damit bleibt der zeitliche und finanzielle Aufwand in erträglichen Grenzen.

Haben Sie die praktische Prüfung in den USA bestanden, dürfen Sie weltweit, also ebenfalls in Deutschland, ganz legal alle Flugzeuge, für die Sie einen Pilotenschein besitzen, nach IFR (Instrumentenflugregeln) fliegen. Allerdings mit einer Einschränkung: Diese Flugzeuge müssen in USA registriert sein.

Sollten Sie jedoch einmal mit einem nicht in den USA registrierten Flugzeug unverhofft in schlechtes Wetter kommen, so haben Sie immer noch einen wichtigen Trumpf in der Hand: Ihr Können bleibt Ihnen erhalten, auch wenn Ihre Lizenz nicht mit dem richtigen Stempel versehen ist.


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